Tagebuch

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Malediven

Male Diven, Toma malt sie, ich versuche, sie zu beschreiben.
Kapriziös, weil schön, schöner als gewöhnlich, etwas Besonderes und deshalb eigenwillig.
Wir kamen, wie alle, mit dem Flugzeug. Flogen weiter mit dem Wasserflugzeug und landeten auf einer Insel. Vilamendhoo. Von oben grün, viel Grün, dann heller feiner Sand mit hellblauem glasklarem Meer und dann die tiefblaue See. Die Bungalows hießen Villen, ein Zimmer. Dusche und WC außer Haus. Kein überschwänglicher Luxus aber alles sauber, gut durchdacht, Saß man auf dem Klo, sah man oben auf dem Baum einen Flughund sich durch die Zweige hangeln, um an die Früchte zu kommen, und auf demselben Baum einen indischen Kuckuck einen Höllen-Lärm veranstalten.
Ob das zum Service gehörte, vielleicht, aber wohl in der Kategorie Jacuzzi-See-Bungalow. Dort ist wahrscheinlich die Toilettenschüssel durchsichtig, damit man die Haie sieht, wenn man nach unten schaut.
Alle Urlauber können sie beim Abendbrot sehen, nein nicht auf dem Buffet, sondern unter dem Holzpodest, wo die Tische stehen, beleuchten Lampen das Meer, da kreisen sie, die Haie, als ob sie wie Hunde auf einen Runterfaller hoffen. Fast jeden Abend, zur Eröffnung des Buffets kommen Mantras vorbei gejagt, in Formation, nur die maledivischen Farben verbleiben nicht auf der Wasseroberfläche, aber das sieht man wahrscheinlich im Handy, da das Schauspiel 90% der Gäste nicht wirklich bewegt. Unsere Handys haben wir immer im Zimmer, nur wenn Toma das Buffet fotografiert hat, hatten wir es dabei.
Wir haben nämlich keine Zeit auf den Malediven für dieses Gadget. Die ist knapp. Der Tag hat nur 12 Stunden (am Äquator geht das ruck-zuck mit dem Sonnenauf-und Untergang), davon verschlafen wir 2 (am Morgen), 2 sind mit Essen ausgefüllt, 4 mit Schnorcheln plus 1 Stunde für das Wiederherstellen des normalen Zustandes (Entsanden, Duschen, …) verbleiben 3. Sonnenuntergang fotografieren, ein wenig filmen, was so rund ums Haus, also auf der Insel, passiert.
Und es passiert eine ganze Menge, doch das später, denn jetzt ist Foto-Zeit. Sonnenuntergang davor und danach, wieder sind 1,5 Stunden aufgebraucht. Aber Sonnenuntergänge sind hier wirklich sehr schön. Es stört kein Haus, kein Hügel, die Sicht ist grenzenlos, nur der Horizont stört. Am westlichen Ende der Insel gibt es einen Infinity-Pool und wirklich, schaut man in Richtung Meer über die Poolfläche, scheint der Pool nicht aufzuhören. Morgen machen wir dort Fotos bei Sonnenuntergang.
Heute war ich ein wenig spät, konnte mich nicht vom östlichen Ende der Insel losreißen und Toma zum Fotoshooting aufscheuchen.
Wenn die Sonne tiefer steht, die Strahlen das Meer nicht mehr so tief durchdringen, die Lichtverhältnisse im Wasser also schwieriger werden, kann man auch an Land interessante Bilder machen. Da wären als erstes, was sich bewegt und auch mich bewegt, die Tiere, die auf der Insel wohnen. Wie schon erwähnt, indische Kuckucks machen den meisten Krach und sind aber, wie die Kuckucke auch bei uns, scheu. Wenn sich die Kuckucke in den Bäumen verstecken, so zeigen sich die Reiher ganz offen am Meer in aller Schönheit und weisen eine unglaublich geringe Fluchtdistanz auf. Wahrscheinlich stehen sie hier auf keinem Speiseplan. Man kann also nah ran und fotografieren, wie das Herz begehrt. Wenn dann noch die Sonne untergeht und die Reiher posieren, welch Fotografenglück. Zu den fliegenden Tierchen sind noch die Flughunde zu zählen, die vorwiegend die Nordseite der Insel bevölkern. Wenn man am Strand unter den Bäumen entlangschlendert und einen tieferhängenden Flughund aufscheucht, so fliegen sie einem haarscharf über den Kopf, drehen eine Rund über dem Meer und landen wieder in den Bäumen. Was sie dort fressen, hat sich mir noch nicht erschlossen. Es sieht aus, als würden sie die Blätter ablecken. Vielleicht absorbiert der Baum einen leckeren Saft.
Dann die Tierchen, die sich auf der Erde tummeln: Da sind natürlich zuerst die typischen Vertreter am Meer, die Krabben. Diese sind entweder in einer Muschel versteckt und man sieht sie nicht oder in einem Loch und man sieht sie auch nicht. Ich hatte immer den Eindruck, dass sie das Spiel spielen, wenn man beim Bewegen erwischt wird, muss man zurück auf die Ausgangsposition. Aber wenn man eine Muschel sieht, dann ist da garantiert eine Krabbe drin. Die Krabben sind nicht wählerisch, sie nehmen jede Muschel, die sie kriegen können. Also nimmt man die Muscheln, legt sie dorthin, wo man sie fotografieren will und wartet. Gar nicht mal lange.
Mit denen in den Löschern ist es schwieriger. Kaum nähert man sich ihnen, Schwupps sind sie im Loch verschwunden. Naja, deswegen war ich heute beim Sonnenuntergang etwas zu spät.
Die schöneren Erd-oder Baumbewohner sind die Lizards. Herrliche Farben, ulkiger Gang, zumindest, wenn es schnell gehen muss. Aber auch schwieriger zu fotografieren.
Verbleiben die Tiere im Wasser
Und hier auf den Malediven begreift man dann auch, dass die Vielfalt des Lebens im Wasser um Einiges reicher ist, als auf dem Land. Unzählige verschiedene bunte Fische und ich kenne ihre Namen nicht. Jede Art hatte ihren eigenen Designer. Die Hippi-Kulter könnte Unterwasser entstanden sein. Aber es sind die Üblichen Verdächtigen, die man beim Schnorcheln in diesen Breiten sieht. Von den Großen haben wir die Mantas vom Ufer aus gesehen, genauso wie die Riffhaie. Die Riffhaie haben wir auch heute im Wasser gesehen, also nicht die jungen Haie, die den Strand auf und abschwimmen und die ganz kleinen Fische aufschrecken. Nein, es waren schon ausgewachsene Exemplare 1,5 bis 2 Meter. Videobeweis vorhanden. Der letzte Große, oder besser die Große, habe ich heute auf dem Rückweg vom Schnorcheln gesehen, eine ausgewachsene Muräne. Sie war länger als ich und hatte viele sehr spitze Zähne. Das Schöne an so einer ausgewachsenen Muräne, sie ist nicht sehr schnell. Das Filmen ist einfach und hat geklappt. Tolle Aufnahmen! (Das hat Toma geschrieben, ich werde mich doch nicht selber loben.) Und ich habe es vergessen und nun nachgetragen, auch eine Schildkröte habe ich gesehen. Ganz einfach, der Akku war alle und ich habe keinen Videobeweis. Aber die Schildkröte war ziemlich weit unten und knabberte an den Korallen herum und war nur mit ihrem Panzer zu sehen.
Leider sind die Korallen so gut wie alle abgestorben (es gab eine Korallenbleiche wegen zu warmen Wassers). Da gibt es bestimmt bessere Plätze auf dieser Welt, um Korallen zu bewundern. Was man bewundern kann, sind Schwärme. Heute bin ich in einem Schwarm geschwommen und es war faszinierend. Ob man nun nach vorne schaute, gegen die Sonne und die Fische nur Zentimeter vor der Kamera zu Hunderten schwammen oder nach unten hinten, wo die Sonnenstrahlen in die Tiefe gingen, durch die Beugung an meinem Kopf hervorgerufen und in den Sonnenstrahlen die Rückenflossen und Schwänze der Fische leuchteten und koordiniert zuckten, einfach schön.
Zurzeit bin ich noch gierig und will alles aufsaugen. Von welcher Ruhe, Langeweile kann da die Rede sein.

Und fototechnisch sind da noch die Sonnenuntergänge. Da gibt es nur ein Problem, es gibt nur 8 und die sind extrem kurz auf diesem Breitengrad. Doch in der kurzen Zeit geht ein Feuerwerk der Farben ab. Besonders schön nachdem die Sonne gerade weg ist, vor der blauen Minute, gibt es die Pastelltöne im Osten und die warmen roten, orangenen Töne im Westen. Na und Palmen und Strand und Meer und mehr.
Wir sind nun schon den 5. Tag auf der Insel und hatten 5 Sonnenuntergänge. Alle waren wunderschön. Und wenn man denkt, da hat man schon alles gesehen, farbiger können die Farben nicht werden, oh nein, es geht farbiger, es geht noch aufregender, noch pastellfarbener noch violetter und als ob dies nicht genug wäre, als ob wir nicht schon das Schönste vom Schönen geboten bekommen hätten, nein, da setzt die Natur noch einen oben drauf und denkt sich Himmelserscheinungen aus, sodass die Fotos so werden, dass Dir doch keiner glaubt, dass sie nicht bearbeitet sind. Und in der Natur sieht es doch so natürlich aus.
Auch im Meer gibt es immer etwas Neues, noch nicht Gesehenes. Gestern waren es die Tintenfische oder die Tierchen, die sich mit Rückstoß vorwärts bewegen. Große Augen, glänzendes Fell. (Und während ich diesen Absatz schreibe, haben mich die Mücken dreimal gestochen, vielleicht auch öfter. Es gibt eben überall Blutsauger. Ich schreibe vor dem Frühstück, da wir uns jetzt den Wecker gestellt haben, um 2 Extrastunden vom Tag zu haben. Gestern hat es sogar geklappt und wir haben den Sonnenaufgang gesehen. Ist schon schwer, im Urlaub früh aufzustehen.)
Und es gibt noch vereinzelt Korallen, in denen sich die kleinen Fische tummeln. Wenn man nicht am Riff entlang schwimmt, sondern über den abgestorbenen Korallen, also im flacheren Wasser, gibt es auch viel zu Sehen. Die Kugelfische sind besonders putzig und gut zu filmen, da sie langsamer schwimmen. Ich habe jetzt schon fast 600 Clips mit mehr als 4 Stunden Footage und schaffe es nicht, die Aufnahmen alle anzuschauen, um zu lernen, zu schauen, was kann man beim nächsten Schnorcheln besser machen. Schwärme finde ich auch sehr schön. Gestern Nachmittag tummelten sich wieder viele direkt vor unserem Bungalow.
Ich kann ungefähr 1-1,5 Stunden filmen, dann ist die Batterie zu Ende. Die Mini-SD-Karten sind ausreichend dimensioniert. Besonders praktisch ist mein langer Stick, der es mir erlaubt, mit der Kamera bis ganz nah an die Fische heranzukommen und zu filmen. Die kleine Kamera wird von den Fischen nicht als Gefahr wahrgenommen, zu den Menschen halten die meisten Fische doch eine Fluchtdistanz ein.

Zum Drumherum, für manche das, was den Urlaub ausmacht, das Hotel, das Essen, die Unterhaltung.
Das Essen ist wirklich sehr vielfältig, schmackhaft, jedes Mal eine Qual, in den Speisesaal zu gehen und auswählen zu müssen, was man von den leckeren Sachen nicht isst. Man will ja nicht als Kugelfisch nach Hause zurück fliegen und wenn man dann noch das Emirates Essen intus hat, nicht mehr aus der Flugzeugtür herauskommen. (Obwohl immer Emirates fliegen, auch nicht so schlecht.)
Es gibt jeden Tag ein anders Thema. Europäisch, asiatisch, karibisch, italienisch, maledivisch, mexikanisch, … mit 7 oder 8 verschiedenen Küchen werden wir hier konfrontiert während des Aufenthaltes auf der Insel.
Gestern Abend gab es maledivisch. Das Beste war eine Minz-Creme. Oh Allaaaah, köstlich. Das Dessertbuffet, ein dekorativ äußerst schön hergerichteter Tisch mit Törtchen und Kuchenhäppchen, Gläschen, Löffelchen mit Leckereien darin und darauf, meisterhaft zubereitet, angerichtet, dekoriert. Ein Tisch mit allerlei Cremen, sahnig, fruchtig, mit einer unglaublich weichen den Gaumen umschmeichelnden Konsistenz, dann noch Früchte und jeden zweiten Tag Eis oder gebratenes Obst, direkt vor unseren Augen in der Pfanne gebraten, mit und ohne Alkohol.
Es ist die Verdammnis, denn wir werden hier wegmüssen. Doch es gibt auch noch spezielle Restaurants, die man bezahlen muss. Leider reicht meine beschränkte kulinarische Fantasie nicht aus, mir vorstellen zu können, was es denn noch Schmackhafteres geben kann. Ob ich Hunger habe, ich glaube ich muss zum Frühstück.
Gerade zurück vom Sonnenuntergangsfotoshooting. Also der Tag verging wieder wie im Fluge, es ist dunkel draußen und man will es nicht wahrhaben, dass es bei fast 30 Grad Celsius kurz vor Sieben schon dunkel ist. Wenn warm, dann lange hell, das weiß der Körper. Der Sonnenuntergang war wieder sehr schön, doch es gibt einen Wehmutstropfen, ich habe meinen Blitz geschrottet. Zwei Sonnenuntergänge muss ich nun auf dem liebgewonnen Blitz verzichten. Schade. Der Sonnenuntergang war heute am Infinity-Pool, wir haben also in die Unendlichkeit geschaut. Es war der röteste Sonnenuntergang bisher und wenn die Videos überspielt sind, kommen die Bilder auf die Platte. Ich bin schon gespannt, doch sehen werde ich sie erst nach dem Abendbrot. Aber die Farben waren wieder so schrill, dass die Bonbonfarben wieder Ablehnung hervorrufen werden. Da mittendrin beim Shooting der Blitz heruntergefallen ist, konnte ich für den Rest der Bilder nur die Schattentechnik anwenden. Wieder etwas gelernt.
Davor gab es noch Action vor der Hütte. Das Huhn besuchte uns, um aus dem Bottich / der Kelle Süßwasser zu trinken, der Lizard, den ich gestern in unserem Toiletten-Bad-Bereich aus der Gefangenschaft befreit hatte (da er wegen der glatten Wände nicht herausklettern konnte), fing vor unseren Augen Ameisen, an der Nebenhütte zog ein Pärchen Laufhühner ihre Jungen auf, die Krebse schipperten ihre Muscheln durch die Gegend, großes Kino.

Heute habe ich eine ganze Mini-SD-Karte (64 GB) verbraucht zum Filmen. Für Videos unter Wasser. Heute war der Tag der Schwärme, wirklich ein Tag zum Schwärmen. Wenn bisher die schönen Exemplare einzeln vor der Sony antanzen mussten, vorschwimmen trifft es besser, so war heute Rudelshooting. Ein Schwarm hatte mich ja schon an den vorherigen Tagen fasziniert, die blau blinkenden oder fluoreszierenden Fische, die einem in den Strahlen der Sonne in der Tiefe wunderschön, geradezu wie in einem Traum erscheinen. Heute früh dachte ich es ist wie Hypnose. Die Bewegungen, das Farbenspiel, das Blinken, das Leuchten der Schwanzflosse man kommt in Trance. Wie soll denn ein normaler Fisch solch eine Schönheit fressen, wobei die Schönheit sich erst aus dem Zusammenspiel vieler Fische ergibt. Es ist schwer sich loszureißen, weiter zu schwimmen, und man macht es doch in der Hoffnung und Neugier auf noch fantastischere Augenblicke. Ja, wir sind doch durch die Medien verdammt, alle 5-10 Sekunden einen neuen Reiz vorgespielt zu bekommen. Aber hätte ich noch länger zugeschaut, wäre der Entzug noch qualvoller geworden. Heute gab es noch viele spektakuläre Schwärme. Zumindest für mich, der nur einen hat und im Wasser bisher noch nicht allzu viele Fischschwärme sah. Es waren besonders die Wimpelfische https://www.easydive24.de/fischfuehrer_indozean.html , die zu Hunderten um mich herumschwammen und mich das Atmen vergessen ließen.
Am Nachmittag wiederholten wir den Ausflug auf die Nordseite des Riffs um den Schwarm im Schwarm zu filmen. Es gelang, aber die Anzahl der Fische war wesentlich geringer und die Verschiedenheit der Schwärme war begrenzt auf drei oder vier. Doch dafür sahen wir einen Feuerfisch. Wunderschön. Es war derselbe, den ich schon am ersten Tag gesehen hatte, mein Akku aber alle und der Fisch auch gleich irgendwo unter einer Koralle verschwunden war. Heute Nachmittag aber beste Filmbedingungen. Schönes Video, lasst Euch überraschen.
Und dann sah ich auch einen Rochen, zwar nur sehr kurz und als ich die Kamera eingeschalten hatte und mich dem Manta wieder zugewandt hatte, war er weg. Bleibt also noch morgen. Heute war ich drei Mal Schnorcheln, zweimal am Vormittag und einmal zusammen mit Toma am Nachmittag. 300 GB auf dem Sensor gebannt (bisher auf den Malediven). Die SD-Karten für die kleine Sony Actioncam musste ich nun schon zum zweiten Mal überschreiben. Heute sind es 2 Stunden Videomaterial geworden.
Der Sonnenuntergang spielte heute eigentlich keine große Rolle, da der Blitz geschrottet ist, es Wolken gab und die Sonne dadurch fast unbemerkt unterging. Aber, aber! Wir machten uns trotzdem auf und Toma schlug die andere Richtung der Insel für das Shooting vor, also im Osten. Wieder wurde es eine Offenbarung, was das Licht alles anstellen kann und wenn man einen dramatischen, einen stimmungsvollen Himmel hat, ist der Vordergrund fast beliebig, nein, nein, nehme ich zurück.
Abendessen war ein indisches Feuerwerk, das im Gaumen explodierte. Der Höhepunkt – Mintcreme. Oh Allahhh verzeih mir, mein Gaumen ist schwach!
Wir sind wieder in Dubai, warten auf den Flug nach Düsseldorf. Der letzte Tag verging wie alle Tage. Wir zogen wieder zurück in die Gartenvilla, da die Wasserbungalows ausgebucht waren (wir hatten für 5 Tage einen Upgrade genommen). Das nahm eine halbe Stunde in Anspruch. Am letzten Tag gab es wieder Schwärme Unterwasser, und es gab einen Hai. Einen Riffhai, der einen Fisch vor meinen Augen verspeiste. Welch Glück hatte ich die Kamera auf Stand-by und brauchte bloß abzudrücken. Natürlich wartete der Hai nicht bis ich die Kamera eingeschaltet hatte, sondern in dem Moment, wo ich ihn sah, drückte ich auf den Knopf und etwa 1 Meter vor der Kamera schnappe sich der Hai den Fisch irgendwie aus dem Untergrund der Korallen und mit seiner Beute schon im Maul ging’s an der Kamera vorbei. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Doch dem nicht genug, gelang es mir am letzten Tag auch noch eine Schildkröte zu filmen und als ich wieder im Bungalow war und das Gefilmte überspielt hatte und tatsächlich alles drauf war, war die Freude grenzenlos. Während des allerletzten Ganges ins Wasser fand ich dann in der Nähe der Wasserbungalows intakte Korallen. Es sind schon schöne Kreaturen, die sich die Natur da ausgedacht hat. Nun müsste ich eigentlich noch über den letzten Sonnenuntergang überschwänglich berichten und anmerken, dass er wieder so anders war (als würde die Sonne nicht immer an derselben Stelle untergehen – zumindest an 8 aufeinanderfolgenden Tagen), ich werde von jedem Sonnenuntergang ein Bild auswählen und dann wird es hoffentlich deutlich.
Ja, und womit wir wohl wirklich nicht mehr gerechnet hatten, während des Abendbrotes passierte es dann doch noch. Der Himmel trauerte mit uns und schütte seine Tränen über uns aus. Ein tropischer Regenguss ging nieder und wir mussten von unserem Tisch am Ufer ins Innere umziehen. Es war italienischer Abend, genau wie am Ankunftstag und wir genossen in vollen Zügen die Kunst des Koches (ein Europäer mit vielen „Gehilfen“). Doch auch der Magen ist endlich. Und dass er nur Faustgroß sein soll, das glaube ich schon lange nicht mehr.
Wir blieben, da es regnete (kräftig), im Aufenthaltsbereich und schauten uns einen Film über den Ozean, präsentiert von der Tauchschule, an, den wir aber schon im Fernsehen gesehen hatten und verließen die Veranstaltung, als es aufgehört hatte zu regnen.
Kurze Nacht, 4.45 Uhr Weckruf. Der letzte Sonnenaufgang. Mit dem Schiff zum Wasserflugzeug und zurück nach Male mit Wehmut.
Ich höre sie noch, die Rufer, die uns vor einem Urlaub gewarnt hatten, in dem wir nicht wüssten, was wir nach 2 Tagen tun würden. Es war eine der wenigen Reisen, wo wir wirklich beide noch geblieben und geblieben wären.
Das Schnorcheln im Wasser ist doch zu 100% auf das heutige Konsumverhalten zugeschnitten, also wie wir heute Informationen, Vergnügen konsumieren. Die Szenen wechseln sehr schnell, es gibt immer wieder neue Höhepunkte, anderes zu sehen, man muss nicht aktiv nachdenken, man schwimmt, gleitet, durch das Wasser und konsumiert, was einem der Ozean bietet. Und er hat viel zu bieten. Wenn man zu Beginn erst einmal die großen Dinge wahrnimmt, so sind es mit der Zeit immer mehr Details, die deutlich werden und ich bin der festen Überzeugung, dass die zweite Woche noch viel, viel mehr Details ans Licht gebracht hätte. So sind sie uns leider verborgen geblieben.

Noch.

Ein Ausblick, ein Versprechen, ein Plan?


Wenn ich Urlaube miteinander vergleichen soll, was eh schon nicht geht, dann sind es zwei Dinge, die ich heranziehen würde:
1. Die Emotionen, die ich mit nach Hause nehme (was schwer objektiv zu fassen ist) und
2. Die Menge an Film- und Bildmaterial, für diesen Urlaub über 0,5 TB etwa 50 GB pro Tag, die Reisetage nicht mitgerechnet.

Nach diesen beiden Kriterien nimmt dieser einen Spitzenplatz ein.